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News

Alphabetisch Geordnet
(Alphabetical Order)
neue Version der Komödie von Michael Frayn
Deutsch von Michael Raab
3 D, 4 H, 1 Dek
Lucy, die Bibliothekarin des Archivs einer kleinen Lokalzeitung, ist nicht an ihrem Arbeitsplatz – und sofort versinkt das Archiv im absoluten Chaos. Es stapeln sich Zeitungen, das Telefon klingelt, Schubladen stehen offen, Ordner liegen verstreut herum.
Aber Lucys Leben und das der Journalisten, die in ihrem Reich regelmäßig Zuflucht suchen, ist mindestens genauso durcheinander wie das Archiv selbst.
Da tritt Lesley auf, die Lichtgestalt, Lucys neue Assistentin. Sie ist jung, intelligent und will vor allem eines erreichen: Ordnung im Archiv. Doch ob sie ihre Änderungswünsche gegen die alteingesessenen Rituale der Belegschaft durchsetzen kann, ist fraglich – ganz abgesehen von den Auswirkungen, die solch ein ungezügelter Ambitionismus auf die gesamte Redaktion hat…

Michael Frayn greift für dieses Stück auf seine eigenen Erfahrungen zurück: Er begann seine Karriere als Reporter beim Guardian und wechselte später zum Observer, wo er bis 1968 arbeitete.

Das Stück „Alphabetisch geordnet“ wurde in seiner ersten Fassung im März 1975 im Hampstead uraufgeführt und gewann den Evening Standard Award als beste Komödie. Die neue Version hatte im April 2009 im Londoner West End Premiere.


Le Mal de Mère AT
(Le mal de Mère)
Komödie von Pierre-Olivier Scotto
Deutsch von Hartmut Alberts
1 D, 1 H, 1 Dek.
Eine ältere Dame betritt den Therapieraum eines Psychoanalytikers. Mit 70 Jahren möchte Madeleine unbedingt eine Therapie beginnen, weil ihr niemand anderer mehr zuhören will. Hier aber kann sie sicher sein, dass man ihr zuhört - schliesslich bezahlt sie dafür. Was mit Madeleines schlichter Erzählung ihres Lebens beginnt, ufert aber bald schon aus und die phantasievolle Dame überschwemmt den Raum und den „Seelenklempner“ mit ihren Erlebnissen.
Ein explosives Aufeinandertreffen einer extravaganten alten Dame mit einem etwas verträumten Therapeuten. Wer hat den anderen nötiger? Diese ungewöhnliche Liebesgeschichte hat das Format von „Harold und Maude“.

Pierre-Olivier Scotto schreibt dazu:
Vor kurzem hat meine Mutter ihr siebzigstes Lebensjahr erreicht Sie ist eine Frau voller Energie und Lebensfreude gewesen. In den Büchern steht, die Sechziger seien die goldenen Jahre. Mama hat keine Bücher gelesen. Sie fühlte sich einsam, „fehl am Platz“. Sie fühlte sich nicht mehr wohl in ihrem Haus, in ihrer Küche... darum hat sie uns auch sonntags nicht mehr zum Essen eingeladen. Die Ärzte haben ihr zu einem Wundermittel aus Amerika geraten: “Prozac“.
Mama mag keine Medikamente, sie hat ganz instinktiv gemerkt, dass dieses Übel tiefer sitzt, dass es die Lust, über sich selbst zu sprechen, von sich selbst zu erzählen, unterdrückt. Früher hatte sie dafür keine Zeit: drei Kinder, ein Ehemann, die Auswanderung. Also ging Mama einen „professionellen Zuhörer“ aufsuchen. Das klingt treffender als „Psychoanalytiker“.
Sie, die immer dachte, dass so jemand nur für die Verrückten oder die Filmstars da sei.
Ich fand das einen wunderbaren Beweis für ihren Mut. Und daraus habe ich eine Komödie gemacht.

UA Paris Théâtre de la Madeleine und Théâtre du Palais-Royal Herbst 1996
CH EA Schauspieltruppe Zürich, 15. Oktober 2010


The Good Canary
(The Good Canary)
Stück von Zach Helm
Deutsch von DagmarWindisch
2 D, 5 H, variable Dek.


Echt wahr!
(Sans Mentir)
Komödie von Xavier Daugreilh
Deutsch von Kim Langner
3 D, 3 H, variable Dek.

Wenn Liebesgeschichten üblicherweise schlecht enden – diese hier fängt schlecht an.
Um einen lästigen Verehrer auf einer Geburtstagsparty abzuwimmeln, erklärt Gwendoline, dass sie sich nur von verheirateten Männern angezogen fühlt. Das ist dem derzeit arbeitslosen Journalisten Serge gerade recht: das trifft auf ihn zu. Oder fast jedenfalls. Er ist frisch geschieden und den Ring hat er noch in der Hosentasche. Da Gwendoline unwiderstehlich ist, „frisiert“ er die Wahrheit eben ein bisschen. Sein Freund Cyril bestärkt ihn darin noch.
Aus kleinen Lügen werden ganz schnell große, und aus seiner kleinen Vorstadtwohnung wird ein 178 Quadratmeter Appartement, das ihm Francois und Valerie während ihres Urlaubs zur Bewachung überlassen haben.
Cyril ist davon überzeugt, dass Serge nur gewinnen kann, wenn er den vielbeschäftigten Macho gibt. Also tischt Serge noch mehr Lügen auf, und aus einer zuerst kleinen Lüge entwickelt sich ein wahres Gestrüpp, dessen Fangarme Serge nur noch mit viel Mühe unter Kontrolle bringen kann. Wenn überhaupt…
Von jetzt an stolpert er von einer Notlüge in die nächste. Bisher waren Lügen kein Problem für Cyril, aber der hat sich jetzt in Gwendolines Freundin Elise verliebt und was hasst Elise am meisten? Lügen natürlich.
Daher fällt nicht nur Serge von einer Katastrophe in eine noch grössere; es kommen erstaunliche Wahrheiten ans Licht und viele Masken fallen. Sein Berufs- und sein emotionales Leben werden kräftig durchgerüttelt und in diesem Sog werden auch seine besten Freunde Federn lassen.
Fazit: Auch kurz vor der Midlifecrisis ist das Leben nicht gerade einfach. Oder war sie das etwa gerade?

UA: 27. August 2008 Paris Théâtre Tristan Bernard


Mittsommerweihnacht
(Réveillon d'èté)
Poetische Komödie von Isabelle de Toledo
Deutsch von Beate Fendt
6 D, Simultandek.

Es ist ein Familientreffen. Vier Schwestern kommen zusammen, um eine Tradition aufrecht zu erhalten: Sie feiern Weihnachten – mitten im Juni.
Seit ihr Vater an Heiligabend starb, weigerte sich ihre Mutter, Weihnachten weiterhin zum üblichen Datum zu feiern. Inzwischen ist zwar auch die Mutter gestorben, doch die jüngste Tochter, Sophie, eine Assistenzärztin, die ihre Tochter Julie allein erzieht, wohnt weiterhin in dem Haus, das voller Kindheits- und Jugenderinnerungen der Schwestern ist.
Auch wenn alle Vier inzwischen erwachsen sind, viel geändert hat sich nicht: Die als Sprechstundenhilfe arbeitende Françoise lässt ihrer Abneigung gegen das wilde Leben Lucies, der Schauspielerin, freien Lauf. Lucie hingegen verspottet Françoises Spießigkeit – und Martine, die allein lebende Lehrerin, versucht immer noch, die Wogen zu glätten und Harmonie zu schaffen. Sophie lebt von Julies Vater getrennt in ihrer bewusst gewählten Einsamkeit mitten auf dem Land. Und auch, wenn ihre drei Schwestern schon seit langem ihr Elternhaus verkaufen wollen, Sophie bleibt stur wie ein Esel.
Inmitten dieses explosiven Cocktails versucht die 17-jährige Julie, mit sich selbst zurechtzukommen. Ihr Vater geht lieber mit seiner weitaus jüngeren neuen Freundin in Urlaub als mit ihr. Ihre erste Liebe ist gerade zerbrochen. Und dann kommt auch noch die Nachbarin Solange, und klagt ihr Leid über den im fernen Australien weilenden Sohn...
Trotz all der Probleme und Streitigkeiten zeigt sich neben den lauten Stimmen der Schwestern auch die tiefe Verbundenheit aller zueinander – in leisen, aber dennoch völlig unsentimentalen Tönen.

Isabelle de Toledos grundverschiedene Frauencharaktere bieten sechs Schauspielerinnen facettenreiche, realistische und absolut überzeugende Rollen.


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