 |
|
 |
|
News
| My Boy Jack | Von David Haig
Deutsch von Tanja Geier Thomson
2 D, 5 H (Doppelbesetzungen), variable Dek.
England 1913 – Der Krieg mit Deutschland steht unmittelbar bevor. Rudyard Kipling, zu dieser Zeit in seiner Heimat bereits ein berühmter Autor und Literaturnobelpreisträger, befürwortet den bevorstehenden Krieg. Er propagiert enthusiastisch, alle jungen Männer sollen sich freiwillig melden, um England selbst, seine Werte und seine Traditionen zu verteidigen. Sein Sohn John darf dabei keine Ausnahme sein.
John leidet jedoch an extremer Kurzsichtigkeit, wurde deshalb schon zweimal von der Armee abgelehnt. Kipling lässt seinen Einfluss spielen und setzt durch, dass John in einem irischen Regiment aufgenommen wird. Kiplings Frau Carrie und seine Tochter Elsie befürchten, dass Kiplings Patriotismus John das Leben kosten wird – dieser Streit zerrüttet die Familie.
John brennt darauf, seinen Eifer zu beweisen. Aber schon nach seiner ersten Schlacht bei Loos gilt er als vermisst.
Das Ehepaar Kipling macht die Suche nach ihrem vermissten Sohn zum Inhalt ihres Lebens und befragt Hunderte von Soldaten, die John vielleicht in der Schlacht gesehen haben könnten. Und endlich, nach zwei Jahren, findet sich ein Soldat, der Johns Schicksal bestätigen kann.
Im Gegensatz zum Film beleuchtet das Stück Jacks Zeit in der Armee nur sehr kurz und zudem kritischer. Der Titel des Stückes bezieht sich auf ein Gedicht von Rudyard Kipling.
Im August 2007 wurde der Stoff für das Fernsehen in Großbritannien verfilmt. David Haig spielte Rudyard Kipling, die Rolle seines Sohnes übernahm Daniel Radcliff.
UA Nottingham 2004 Theatre Royal Nottingham
CH EA Bern 20. November 2010 Das Theater an der Effingerstraße
|
| Sing, kleiner Vogel, Sing! (AT) | (The Good Canary)
Deutsch von Dagmar Windisch
2 D, 5 H, variable Dek.
Jack Parker ist ein Jungautor mit großer Zukunft: Ein berühmter Verleger interessiert sich für seinen gerade fertig gestellten Roman. Allerdings scheint die Existenz von Jacks Frau Annie diese rosigen Zukunftsaussichten zu beeinträchtigen. Ihr Leben wird von Amphetaminen bestimmt, und die Beschaffung der Drogen ist das Einzige, das sie noch von ihrer Putzmanie ablenken kann. Ihr geistiger Zustand wird von Tag zu Tag labiler.
Jack aber liebt sie abgöttisch und ist bereit, alles zu tun, um ihr zu helfen. Annies Zustand lässt ihm letztendlich keine andere Wahl mehr: Um sie aus ihrer Krankheit und aus ihrer Lebenslüge zu befreien, enthüllt er dem Verleger, was wirklich hinter seinem Roman steckt...
SING, KLEINER VOGEL, SING! Ist ein Stück über Liebe und Sucht und über die Frage, ob man einen Menschen retten kann, wenn dieser nicht gerettet werden will.
Das Stück wurde unter der Regie von John Malkovitch sehr erfolgreich in Paris, Mexiko und Spanien aufgeführt.
UA Paris 13.September 2007 Théâtre Comedia
DEA optioniert
|
| Illusionen einer Ehe | (Illusion Conjugale)
von Eric Assous
Deutsch von Kim Langner
1 D, 2 H, 1 Dek.
Jeanne und ihr Mann Maxime sind seit Jahren verheiratet und ihr ehelicher Umgang hat etwas Abgeklärtes bekommen. Da hat sich Jeanne in den Kopf gesetzt, die Anzahl der außerehelichen Betätigungen ihres Gatten zu erfahren. Maxime gibt schließlich zwölf, meist sehr kurzlebige Begegnungen zu. Im Gegenzug gesteht Jeanne einen Seitensprung, der aber immerhin neun Monate andauerte. Sie ist um nichts in der Welt bereit, den Namen dieses "Einzigen" preiszugeben.
Als der gemeinsame Freund Claude zufällig anruft, um Jeanne zum Tennisspielen aufzufordern, wittert Maxime seine Chance und lädt ihn kurzerhand zum Mittagessen ein. Jeanne entzieht sich diesem Treffen, doch als sie zurückkommt, hat sich das lockere Beisammensein zum Verhör entwickelt – aber dennoch hat Maxime immer noch keine Antwort auf seine brennende Frage: Wer war dieser „Einzige“?
Das Stück wurde für 5 Molières nominiert, und Eric Assous hat einen davon auch bekommen.
UA Paris 22. September 2009 Théâtre L'Oeuvre
DEA Stuttgart 12. Januar 2011 Komödie im Marquardt
|
| Sentiments Provisoires (AT) | (Sentiments Provisoires)
von Gérald Aubert
Deutsch von Anita Lochner
1 D, 2 H, 1 Dek.
Eine junge Frau verkündet dem Mann, mit dem sie seit zehn Jahren zusammenlebt, dass sie ihn verlässt ... und dass sie ihn für seinen besten Freund verlässt. Aber ist es wirklich so einfach, eine Beziehung zu beenden und einen Freund zu verlieren?
Diese Komödie über die in Frage gestellte Liebe und die malträtierte Freundschaft zeigt, dass man zwar mit Gefühlen spielen kann, es aber ungleich schwieriger ist, die Bande wirklich zu kappen. Und weil das alles sehr traurig sein könnte, ist es besser, darüber zu lachen. Endgültig.
UA Paris 2009 Théâtre Édouard VII
|
| Die Schatzinsel | (Treasure Island)
von Ken Ludwig
nach dem Roman von Robert Louis Stevenson
Deutsch von Anita Lochner
UA Houston Mai 2007 Alley Theatre
A EA Wien 14. Oktober 2010 Theater der Jugend
|
| Echt wahr! | (Sans Mentir)
Komödie von Xavier Daugreilh
Deutsch von Kim Langner
3 D, 3 H, variable Dek.
Wenn Liebesgeschichten üblicherweise schlecht enden – diese hier fängt schlecht an.
Um einen lästigen Verehrer auf einer Geburtstagsparty abzuwimmeln, erklärt Gwendoline, dass sie sich nur von verheirateten Männern angezogen fühlt. Das ist dem derzeit arbeitslosen Journalisten Serge gerade recht: das trifft auf ihn zu. Oder fast jedenfalls. Er ist frisch geschieden und den Ring hat er noch in der Hosentasche. Da Gwendoline unwiderstehlich ist, „frisiert“ er die Wahrheit eben ein bisschen. Sein Freund Cyril bestärkt ihn darin noch.
Aus kleinen Lügen werden ganz schnell große, und aus seiner kleinen Vorstadtwohnung wird ein 178 Quadratmeter Appartement, das ihm Francois und Valerie während ihres Urlaubs zur Bewachung überlassen haben.
Cyril ist davon überzeugt, dass Serge nur gewinnen kann, wenn er den vielbeschäftigten Macho gibt. Also tischt Serge noch mehr Lügen auf, und aus einer zuerst kleinen Lüge entwickelt sich ein wahres Gestrüpp, dessen Fangarme Serge nur noch mit viel Mühe unter Kontrolle bringen kann. Wenn überhaupt…
Von jetzt an stolpert er von einer Notlüge in die nächste. Bisher waren Lügen kein Problem für Cyril, aber der hat sich jetzt in Gwendolines Freundin Elise verliebt und was hasst Elise am meisten? Lügen natürlich.
Daher fällt nicht nur Serge von einer Katastrophe in eine noch grössere; es kommen erstaunliche Wahrheiten ans Licht und viele Masken fallen. Sein Berufs- und sein emotionales Leben werden kräftig durchgerüttelt und in diesem Sog werden auch seine besten Freunde Federn lassen.
Fazit: Auch kurz vor der Midlifecrisis ist das Leben nicht gerade einfach. Oder war sie das etwa gerade?
UA: 27. August 2008 Paris Théâtre Tristan Bernard
|
| Mittsommerweihnacht | (Réveillon d'èté)
Poetische Komödie von Isabelle de Toledo
Deutsch von Beate Fendt
6 D, Simultandek.
Es ist ein Familientreffen. Vier Schwestern kommen zusammen, um eine Tradition aufrecht zu erhalten: Sie feiern Weihnachten – mitten im Juni.
Seit ihr Vater an Heiligabend starb, weigerte sich ihre Mutter, Weihnachten weiterhin zum üblichen Datum zu feiern. Inzwischen ist zwar auch die Mutter gestorben, doch die jüngste Tochter, Sophie, eine Assistenzärztin, die ihre Tochter Julie allein erzieht, wohnt weiterhin in dem Haus, das voller Kindheits- und Jugenderinnerungen der Schwestern ist.
Auch wenn alle Vier inzwischen erwachsen sind, viel geändert hat sich nicht: Die als Sprechstundenhilfe arbeitende Françoise lässt ihrer Abneigung gegen das wilde Leben Lucies, der Schauspielerin, freien Lauf. Lucie hingegen verspottet Françoises Spießigkeit – und Martine, die allein lebende Lehrerin, versucht immer noch, die Wogen zu glätten und Harmonie zu schaffen. Sophie lebt von Julies Vater getrennt in ihrer bewusst gewählten Einsamkeit mitten auf dem Land. Und auch, wenn ihre drei Schwestern schon seit langem ihr Elternhaus verkaufen wollen, Sophie bleibt stur wie ein Esel.
Inmitten dieses explosiven Cocktails versucht die 17-jährige Julie, mit sich selbst zurechtzukommen. Ihr Vater geht lieber mit seiner weitaus jüngeren neuen Freundin in Urlaub als mit ihr. Ihre erste Liebe ist gerade zerbrochen. Und dann kommt auch noch die Nachbarin Solange, und klagt ihr Leid über den im fernen Australien weilenden Sohn...
Trotz all der Probleme und Streitigkeiten zeigt sich neben den lauten Stimmen der Schwestern auch die tiefe Verbundenheit aller zueinander – in leisen, aber dennoch völlig unsentimentalen Tönen.
Isabelle de Toledos grundverschiedene Frauencharaktere bieten sechs Schauspielerinnen facettenreiche, realistische und absolut überzeugende Rollen.
|
| Le Mal de Mère AT | (Le mal de Mère)
Komödie von Pierre-Olivier Scotto
Deutsch von Hartmut Alberts
1 D, 1 H, 1 Dek.
Eine ältere Dame betritt den Therapieraum eines Psychoanalytikers. Mit 70 Jahren möchte Madeleine unbedingt eine Therapie beginnen, weil ihr niemand anderer mehr zuhören will. Hier aber kann sie sicher sein, dass man ihr zuhört - schliesslich bezahlt sie dafür. Was mit Madeleines schlichter Erzählung ihres Lebens beginnt, ufert aber bald schon aus und die phantasievolle Dame überschwemmt den Raum und den „Seelenklempner“ mit ihren Erlebnissen.
Ein explosives Aufeinandertreffen einer extravaganten alten Dame mit einem etwas verträumten Therapeuten. Wer hat den anderen nötiger? Diese ungewöhnliche Liebesgeschichte hat das Format von „Harold und Maude“.
Pierre-Olivier Scotto schreibt dazu:
Vor kurzem hat meine Mutter ihr siebzigstes Lebensjahr erreicht Sie ist eine Frau voller Energie und Lebensfreude gewesen. In den Büchern steht, die Sechziger seien die goldenen Jahre. Mama hat keine Bücher gelesen. Sie fühlte sich einsam, „fehl am Platz“. Sie fühlte sich nicht mehr wohl in ihrem Haus, in ihrer Küche... darum hat sie uns auch sonntags nicht mehr zum Essen eingeladen. Die Ärzte haben ihr zu einem Wundermittel aus Amerika geraten: “Prozac“.
Mama mag keine Medikamente, sie hat ganz instinktiv gemerkt, dass dieses Übel tiefer sitzt, dass es die Lust, über sich selbst zu sprechen, von sich selbst zu erzählen, unterdrückt. Früher hatte sie dafür keine Zeit: drei Kinder, ein Ehemann, die Auswanderung. Also ging Mama einen „professionellen Zuhörer“ aufsuchen. Das klingt treffender als „Psychoanalytiker“.
Sie, die immer dachte, dass so jemand nur für die Verrückten oder die Filmstars da sei.
Ich fand das einen wunderbaren Beweis für ihren Mut. Und daraus habe ich eine Komödie gemacht.
UA Paris Théâtre de la Madeleine und Théâtre du Palais-Royal Herbst 1996
|
|
|
|
|